Page 68 - Arzt im Dienst
P. 68
ARZT IM DIENST
Den Mangel im Herzen sollen wir beklagen,
die Last der Nation, Religion und Familie ist wie ein Kreuz zu
tragen.
Und die Zeit zu verstehen ist nicht unendlich,
Güte und Einheit sind nicht selbstverständlich.
Fangen wir an uns selbst zu sehen,
beginnen wir auch die Welt zu verstehen,
die Teilung der Welten ist dann aufgehoben,
Diesseits und Jenseits in ein Sein verschoben.
Bevor das ewige Leben aufbricht,
entblößt der Tod sein schauriges Gesicht.
Verbünden wir uns gegen die Gewalt,
erhält die Erde eine paradiesische Gestalt.
Ein junger Mensch ist heut gestorben,
der Sohn, der Mann, war geliebt und geborgen.
Streng in seinem Blick, hart war sein Geschick,
möge der Himmel vergeben die mörderische Taktik.
Wer sieht noch in den Menschen rein,
könnt Gottes Sohn auch ein Verliebter sein,
irdisch verwurzelt mit dem Kopf nah den Sonnen,
spielte er das Spiel der Wirklichkeit besonnen.
Frei in seinem Leben
ließ sein Lachen die Herzen beben.
Kostbar, was er uns allen gegeben,
zuletzt - die Erinnerung an das ewige Leben.
Der geliebte Mensch ist uns vorausgegangen,
das innere Maß der Liebe lässt sich durch keine Vorschrift fangen.
68

